Urban Priol, das Aschaffenburger Urgestein (wie am Dialekt hörbar) ist nicht nur Freunden gehobener Kleinkunst ein Begriff; nein, der Meister mit den wirren Haaren und den bunten Hemden ist auch einem größeren Publikum seit 2007 ein Begriff. Damals schufen er und sein kongenialer Partner Georg Schramm das Fernsehformat der Sendung „Neues aus der Anstalt“, die bundesweit Erfolg hatte.

Urban Priol, Lustpielhaus, München (Foto: Richard Huber, Quelle: Wikipedia)

Urban Priol, Lustpielhaus, München
(Foto: Richard Huber, Quelle: Wikipedia)

Urban Priols Weg zum Kabarett

Doch Urban Priol ist natürlich schon länger im Geschäft; 1961 geboren, steht er seit 1982 auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Nach einem abgebrochenen Lehramtsstudium hatte er sich schnell für eine Karriere in der Kleinkunst entschieden – und diese verdientermaßen erreicht! So hat er nicht nur ein eigenes Kleinkunstensemble mit dem schönen Namen „Bockshorn“ gegründet, auch zwei Kleinkunstbühnen sind von ihm mitbegründet worden. Seine fulminanten Soloprogramme führten dazu, dass ihm im Jahre 2000 der renommierte Deutsche Kleinkunstpreis verliehen wurde. Doch war das nur Zwischenstufe des weiteren Aufstiegs:
Ab dem Jahre 2003 wirkte er dann in einigen Fernsehsendungen bei ZDF, 3Sat und dem Bayerischen Rundfunk mit. Seine ganz persönliche Art Kabarett zu betreiben kam beim Publikum gut an, und so ging 2007 die eingangs erwähnte Satirereihe „Neues aus der Anstalt“ auf Sendung, die ihn letztendlich im gesamten deutschsprachigen Raum berühmt machte. Unvergessen seine zahlreichen Auftritte als verzweifelt-irritierter Anstaltsleiter, der angesichts der Verrücktheit der Welt sich (und seine Zuschauer) fragt, wo denn die wahren Verrückten sitzen – hier oder da draußen!

Wundervoll seine zahlreichen Imitationen bekannter Politiker, umwerfend seine hemdsärmelige, aber nie plumpe Komik. Das Jonglieren mit Wort- und Situationswitzen, in denen Albernheit neben Tiefgang, beißender Sarkasmus neben einem Staunen über die Absurditäten der politischen Welt Platz haben, sichern Urban Priol verdientermaßen einen Sitz im Olymp der großen Kleinkünstler.

2007 hatte er mit Georg Schramm den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Comedy (!) erhalten; 2010 verliess dann leider sein genialer Bühnenpartner Georg Schramm die gemeinsame Satiresendung „Neues aus der Anstalt“, seine Rolle übernahm adäquat Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig. Mit ihm führte Priol die Sendung bis zur letzten Ausstrahlung im Oktober 2013 weiter.

Seitdem ist er in einer weiteren Fernsehreihe des ZDF („Ein Fall fürs All“) aufgetreten und hat natürlich auch solokabarettistisch auf diversen Bühnen gestanden. Doch Urban Priol ist auch politisch aktiv: Er engagiert sich im sozial- und globalisierungskritischen Netzwerk Attac und hat auch bei einer der Demonstrationen gegen Stuttgart 21 Flagge gezeigt.

Kurz, Urban Priol gehört zum Besten, was Deutschland kabarettistisch zu bieten hat: Mit Wortwitz, Gewandtheit, Intelligenz und Verwandlungskunst ausgestattet, macht es eine Freude, diesem wirklich großen Meister der Kleinkunst zu lauschen und sich von ihm ins Absurdistan der Politik entführen zu lassen. Denn das lernen wir bei Urban Priol wieder: Lachen hilft!


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