Irgendwo im Spannungsfeld zwischen Kabarett, Schauspielerei, Pantomime und Comedy (im besten Sinne) bewegt sich das Multitalent Katalyn Bohn. Sie genau zu verorten fällt schwer, und genau davon leben ihre Bühnenprogramme. Mit absolutem Körpereinsatz singt, tanzt, parodiert sie sich Grimassen schneidend durch diverse Bühnencharaktere: Vom Girlie über die Nachrichtensprecherin, zur Yogatante, bis hin zur grantelnden Oma – und das ganze über Umwege wieder zurück.

Katalyn Bohn

Katalyn Bohn

Als Vorbilder nennt sie Liesl Karlstadt und Karl Valentin, sie liebt Peter Sellers Komik und den handfesten Humor alter Stummfilmkomödien. Ihre Bühnenkunst stellt sie unter das Motto „Humor als Allzweckwaffe gegen die Tragik des Lebens“. Und das spürt man auch bei Katalyn Bohns Auftritten. Ihren Bühnencharakteren haucht sie durch ihre Mimik und ihr Körperspiel vielgestaltiges Leben ein, Katalyn Bohn transportiert durch ihre Alter Egos Emotionen, Stimmungen, Komik, Tragik, Tiefgang – und manchmal auch Poesie.

Artistik und Pantomime von der Pike auf

An der für ihren interdisziplinären Ansatz bekannten Berliner Schule für darstellende und bildende Künste „Die Etage“ erlernte die 1975 geborene Katalyn Bohn nach dem Abitur Artistik und Pantomime. Einmal auf den Geschmack gekommen, führte sie ihr Weg an die Folkwang Universität nach Essen, wo Bohn von 1993 bis 2003 Pantomime studierte. Dort erhielt sich 2004 auch prompt mit ihrem solo Abschlussprogramm den Folkwangpreis. Bei den Bad Ganderheimer Domfestspielen wurde sie 2004 mit dem Roswitharing, dem Publikumspreis für die beste Darstellerin ausgezeichnet.

Die Bühne ruft

Nach diesem erfolgreichen Einstieg ins Bühnenleben folgten fünf Jahre als Ensemblemitglied am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Von 2009 bis 2011 spielte sie eine Adaption des Romans „Warum das Kind in der Polenta kocht“ zusammen mit dem Musiker Bernhard Vanecek an diversen Theatern und auf europäischen Festivals.

Sie hatte Gastengagements am Landestheater Tübingen, Alten Schauspielhaus Stuttgart und in mehreren Produktionen der Konzertdirektion Landgraf. Seit 2014 steht Katalyn Bohn auch wieder solo auf der Bühne, mit dem Programm „Wenn alle Stricke reißen – Gute Mime zum bösen Spiel“ debütierte sie an den Wiesbadener Kammerspielen. Dies entwickelte sie weiter, und tourt seit 2015 mit dem Programm „Miss Geschicke“ durch Deutschland – was ihr kürzlich auch eine Nominierung für den Ostfriesischen Kleinkunstpreis einbrachte.

Film und Fernsehen

Katalyn Bohn macht aber nicht nur Kabarett und Kleinkunst. Auch als Schauspielerin war sie bereits in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen, unter anderem dem ARD Drama „Der letzte schöne Tag“, der 2013 den Grimme Preis erhielt. 2015 ist sie im ZDF Taunuskrimi „Tiefe Wunden“, im ARD Mittwochsfilm „Jetzt“ und im Stuttgarter Tatort „Der Inder“ zu sehen. 2016 wird sie in der ZDF Serie: „Wilsberg“ sowie der neuen Sitcom „Leider Lustig“ auf KIKA zu sehen sein.

 

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Porträt: Katalyn Bohn