Luise Kinseher wurde am 4. Januar 1969 in Geiselhöring in Niederbayern geboren und steht seit 1992 auf den Kabarettbühnen Deutschlands. Ihr Gespür für die komischen Seiten des Lebens entdeckte sie endgültig während ihres Studiums der Germanistik, Theaterwissenschaften und Geschichte in München. Doch schon in der Schule begeisterte sie sich für das Theater. 1998 präsentierte sie ihr erstes Soloprogramm.

Zu ihrer Berufung kam sie dabei dennoch eher zufällig, als der Leiter des Verlages, in dem sie ein Praktikum machte, ihr Talent erkannte und sie bei der Iberlbühne von Georg Maier anmeldete. Maier entwickelte Kinsehers Bühnenpräsenz und verhalf ihr zu ersten Auftritten.

Ihr niederbayerischer Scharfsinn überzeugte auch den Regisseur Franz Xaver Bogner und er besetzte Kinsehr in den Fernsehspielen Café Meineid und München 7 als bayrisches Madel mit großem Mundwerk. Auch im Tatort hatte sie Gastauftritte.

Auf der großen Leinwand war Luise Kinseher unter anderem in „Vorne ist verdammt weit weg“ und „Beste Zeit“ zu sehen. Im Bayrischen Fernsehen hielt sie bis 2010 eine wiederkehrende Rolle als Chefsekretärin Gabi Blümel im kabarettistischen Wochenrückblick „Nix für ungut“.

Für ihre scharfzüngigen Beobachtungen auf der Kabarettbühne erhielt sie viele Auszeichnungen, unter anderem den Deutschen Kleinkunstpreis 2002 und den Hauptpreis des Bayrischen Kabarettpreises 2014.

In der Laudatio zum Bayrischen Kabarettpreis wurde ihr ein „beachtlicher analytischer Verstand“ bescheinigt, den Kinseher auf der Bühne pointiert und geistreich einsetzt. Dabei geht es ihr vor allem um die großen Fragen des Lebens, die sie aber auch immer wieder mit politischen Spitzen verbindet. Kinseher selbst liebt die Improvisation auf der Bühne und nimmt ihre Texte eher als Richtlinien. Deren Ausgestaltung entwickelt sie im Laufe ihres Spiels.

Durch ihren Erfolg gehört sie seit 2010 zum Ensemble, das beim alljährlichen Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg den anwesenden Politikern beim Derblecken den kritischen Spiegel vorhält. 2011 war sie die erste Frau überhaupt, die die Fastenpredigt, bzw. Salvatorrede hielt, und ist dort nun regelmäßig als „Mama Bavaria“ zu sehen. Dabei geht sie – trotz aller Kritik – nicht den Weg des größten Widerstandes und will auch nicht mit der schärfsten Zunge überzeugen. Sie setzt auf hintergründige Spitzen.

Luise Kinseher sieht sich selbst nicht als aktuelle politische Kabarettistin, sondern als eher philosophische Betrachterin, die in ihren Programmen immer wieder die großen Fragen zur Zeit, Liebe und der Suche nach dem Glück aufgreift und analysiert. Kinseher lebt in München.

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Luise Kinseher

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