Komischerweise ist Günther Paal alias „Gunkl“ in Deutschland nur einem vergleichsweise kleinen Publikum bekannt. Anders hingegen in seinem Heimatland Österreich, dort gilt der wortgewaltige Satiriker schon seit Langem als Star. Böse Zungen behaupten, dass Gunkl hierzulande noch nicht so richtig Fuß fassen konnte, da man in seinen Programmen viel mitdenken muss – und anstrengende Denkarbeit schätzt das deutsche Publikum einfach nicht besonders. Wie dem auch sei, auch in Deutschland wächst die Anhängerschar dieses vielleicht philosophischsten und intellektuellsten Kabarettisten unserer Zeit beständig an.

Günter Paal alias "Gunkl“ (Foto: Wolfgang H. Wögerer)

Günter Paal alias „Gunkl“ (Foto: Wolfgang H. Wögerer)

Gunkls langer Weg zum Kabarett

Geboren wurde Günther Paal als Sohn einer hochmusikalischen Hutmacherin und eines Schriftsetzers im Jahre 1962 in Wien. Der Vielredner und Vieldenker wuchs im Wiener Arbeiterbezirk „Favoriten“ auf, in späteren Jahren absolvierte er eine Lehre als Reproduktionsphotograph, brach anschließend ein Studium (Publizistik und Soziologie) ab und arbeitete dann zwölf Jahre als Kellner in verschiedenen Wiener Cafes. In dieser Zeit spielte er bereits Saxophon in der Band „Wiener Wunder“. Und als der Kabarettist Alfred Dorfer für sein Programm „Alles Gute“ drei Musiker brauchte, war es endlich soweit. Günther Paal präsentierte sich, zusammen mit seinen Bandkollegen Harald Sicheritz und Lothar Scherpe, erstmals auf der Kabarettbühne.

Seit über 20 Jahren (auch) solo auf der Bühne

Langsam reifte der Gedanke in ihm „Das kann ich auch“, und als der Chef der Wiener „Kulisse“ ihn auf das Gerücht ansprach, dass er ein eigenes Programm geschrieben habe, meinte er „Bald habe ich es“ – und hat im Anschluss sein erstes Soloprogramm mit dem unvergleichlichen Titel „Grundsätzliche Betrachtungen – anschaulich gemacht an kuriosen Einzelleistungen der Tücke des Alltags, was als Programmtitel vermutlich ein bisschen zu lang ist, zumal darin eine, sei’n wir ‚mal ehrlich, sehr unelegante Genitivkette enthalten ist.“ geschrieben (1994).

Mittlerweile sind (je nach Zählweise) 11 bzw. 12 Programme zusammengekommen. Die Themen seiner Programme reichen dabei von Alltagsbetrachtungen über philosophische Ausführungen bis hin zu hochgradig wissenschaftlichen Analysen (zu denen er auch gerne Koryphäen wie den Münchner Professor für Physik, Harald Lesch, einlädt). Stets geistreich, wortgewaltig, rational und logisch aufgebaut, zieht sich ein roter Faden durch Gunkls Programme: „Jetzt schau ma mal, wie’s wirklich is, bevor wir anfangen uns aufzuplustern ohne genau zu wissen worüber“.


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Günter Paal alias "Gunkl“ (Foto: Wolfgang H. Wögerer, Quelle: Wikipedia)

Paal, Günther (Gunkl)

Komischerweise ist Günther Paal alias „Gunkl“ in Deutschland nur einem vergleichsweise kleinen Publikum bekannt. Anders hingegen in seinem Heimatland Österreich, dort gilt der wortgewaltige Satiriker schon seit Langem als Star. ...

Religionskriege sind Konflikte zwischen erwachsenen Menschen, bei denen es darum geht, wer den cooleren imaginären Freund hat.~Günther Paal alias Gunkl
Schrechlicker als menschliche Blödheit, ist menschliche Blödheit, die im Gewande einer Haltung unter Bezugnahme auf höhere, übergeordnete Mächte oder Gottheiten wirkmächtig in der Welt Platz beansprucht.~Gunkl
Lustig geht nur mit einem Mindestmaß an “gscheit”, weil Humor sich immer an der Grenze einer Annahme-Wirklichkeit-Dichotomie abspielt. Diese Grenze formal und inhaltlich zu erkennen, erfordert eben dieses Mindestmaß an “gscheit”. In die Geschichte werde ich damit wahrscheinlich nicht eingehen.~Gunkl


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Paal, Günther (Gunkl)

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