Er gilt als scharfzüngigster, bissigster und kompromisslosester Kabarettist Deutschlands, die Österreichische Zeitschrift „Standard“ hat ihn einmal zu „Deutschlands gemeinstem Kabarettisten“ gekürt. Die Rede ist natürlich von Georg Schramm!

Georg Schramm (Quelle: Wikipedia)

Georg Schramm (Quelle: Wikipedia)

Georg Schramms Werdegang

Der 1949 in Bad Homburg geborene Satiriker kann auf ein mehr als 30 Jahre andauerndes Bühnenleben zurückblicken (wenn er auch leider nicht mehr auf Tournee geht, und auch keine neuen Programme plant).

Der öffentlichkeitsscheue Sohn eines sozialdemokratischen Arbeiters, träumte als Kind vom sozialen Aufstieg. Nach seinem Abitur begann er eine hoffnungsvolle Karriere bei der Bundeswehr, wo er es immerhin zum Offizier der Reserve brachte. Sein Weg dort war jedoch abrupt zu Ende, als der „Kommunistenfreund“ in der Heeresoffiziersschule wegen „charakterlicher Nichteignung“ durchfiel. Daraufhin absolvierte Georg Schramm ein Psychologiestudium und arbeitete anschließend 12 Jahre lang in einer neurologischen Reha-Klinik.

Nachdem er eher zufällig bei der Versammlung eines Hundezüchtervereins sein Bühnendebüt gab, schloss er sich Schramm einer Theatergruppe an. 1983 folgten dann erste Auftritte mit dem Noie Para-Theater in Konstanz. Als Solo-Kabarettist steht Georg Schramm nun schon seit 1985 auf der Bühne, 1988 wagte er den Schritt zum „Vollberufs-Kabarettisten“.

Dass diese Berufswahl die richtige war, zeigt seine eindrucksvolle Sammlung an Preisen und Auszeichnungen. Beinahe alle wichtigen Kabarettpreise wie z.B. den Deutschen Kleinkunstpreis, den Salzburger Stier oder den Schweizerischen Cornichon konnte Georg Schramm in den vergangenen Jahrzehnten in Empfang nehmen.

Die Jahre beim „Scheibenwischer“

Deutschlandweite Aufmerksamkeit erreichte Georg Schramm spätestens seit seinen Auftritten beim (damals noch von Dieter Hildebrandt geleiteten) „Scheibenwischer“ (ARD). Seine bekanntesten Figuren dort waren – ebenso wie bei seinen Solo-Programmen – der Presse- und Öffentlichkeitsoffizier „Oberstleutnant Sanftleben“, der renitente Rentner und Vernunftpreuße mit hanseatischer Attitüde „Lothar Dombrowski“ sowie der hessische Sozialdemokrat „August“.

Ab dem Jahre 2000 gehörte Georg Schramm zum ständigen Ensemble des Scheibenwischers, aufgrund von inhaltlicher Differenzen mit seinen Kollegen Matthias Richling und Bruno Jonas verließ er diesen jedoch 2006. Von 2007 bis 2010 gehörte Schramm dann zusammen mit Urban Priol zum Klinikleitung in der Kabarett-Reihe „Neues aus der Anstalt“ (ZDF).

Schramms Kabarettstil

Als Zuschauer stellt man sich bei Georg Schramm oft die Frage, ob die dramaturgisch sehr dichten Stücke wirklich gespielt sind, oder ob die authentisch gezeichneten, extrem gut gespielten Figuren nicht doch vielleicht den private Georg Schramm widerspiegeln. Die Figur des Sozialdemokraten „August“, der kleine Mann, der die immer schneller werdende Welt nicht mehr so recht verstehen kann, ist beispielsweise Schramms Vater nachempfunden. Die SPD-Mitgliedsurkunde, die bei vielen Auftritten im Hintergrund zu sehen ist, gehörte tatsächliche dem Vater.

Georg Schramm wendet sich bei seinen Auftritten direkt ans Publikum und fordert ihm eine offene Positionierung ab. Schramms entlarvende Charakterstudien, seine kompromisslosen Statements und seine radikale Systemkritik haben schon viele Lacher im Halse stecken lassen. Schramms Kabarett ist oft gar nicht mehr zum Lachen, sondern vielmehr geradezu zum Weinen! Aber es gab auch schon andere Emotionen bei Schramms Auftritten zu vermelden, so musste er für seine satirische Gesellschaftskritik schon Schmährufe und sogar persönliche Beleidigungen aus dem Publikum hinnehmen. Für einen politischen Kabarettisten ist dies aber vermutlich die höchste Auszeichnung die es zu erreichen gibt.


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Georg Schramm (Quelle: Wikipedia)

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Lizenzhinweis Foto:
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Porträt Georg Schramm

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