Georg Schramm: Wer regiert hier eigentlich?

1. Mai 2015 0:14
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In diesem 2011 entstandenen Programm-Mitschnitt erläutert der wohl zynischste deutsche Kabarettist Georg Schramm die kulturhistorische Bedeutung des Zorns und der Empörung. In seiner Rolle als im preußischen Geiste geprägter Rentner Lothar Dombrowski hofft er darauf, das Zorn und Vernunft Hand in Hand gegen das Böse ankämpfen. Aber was genau ist eigentlich „das Böse“? Die Bundesregierung jedenfall nicht, ist sich Schramm sicher – für die reicht es bestenfalls zum „Furunkel am Gesäß des Bösen“. In weiser Voraussicht stellt er (in Bezug auf den Eiter) fest: „Das Gelbe muss weg“…

Dies alles führt Georg Schramm zur alles entscheidenden Frage: Wer regiert hier eigentlich? Und wenn die Bundeskanzlerin davon spricht, dass wir die Märkte nicht beunruhigen dürfen, ist die Antwort eigentlich klar: Die Habgier regiert, und Merkel darf mit am Tisch sitzen. In seiner Verzweiflung wünscht sich Schramm die Zeiten zurück, als die Vorgänger unserer Managerelite noch den Dienstboteneingang nehmen mussten, um ein Haus zu betreten.

Zum Schluß führt Georg Schramm alias Lothar Dombrowski noch ein Beispiel an, wie sich eine ganze Regierung gegen die Habgier gewehrt hat. Nach dem Platzen der Tulpenzwiebelspekulationsblase im Jahre 1637 hat die Niederländische Regierung Hilfegesuche der Spekulanten abgewiesen. Die Begründung dafür lautete, dass Spekulation mit Spielsucht zu vergleichen wäre, und für die Behandlung dieser Sucht nicht die Regierung sondern ein Arzt zuständig sei.

Zum Porträt von Georg Schramm

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