Georg Schramm über Volksverblödung

3. Mai 2015 22:08
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Der vermutlich bitterste und zynischste deutsche Kabarettist Georg Schramm nimmt sich während dieses Auftritts die bundesdeutsche Unterhaltungskultur und das deutsche Bildungswesen vor. Schramm erklärt die Idee dahinter, weshalb das Privatfernsehen auf ausdrücklichen Wunsch der Christlichen Parteien eingeführt wurde – nämlich um die kulturelle Vielfalt zu verbreitern. Und er zeigt auf, wie diese Vielfalt in der Realität aussieht: Jugendliche, junge Erwachsene und sozial Benachteiligte werden (ohne es selbst zu bemerken) zielgruppengenau gedemütigt und erniedrigt.

Dem 11. September 2001 gewinnt er folgerichtig etwas Gutes ab – da wurde das ganze Comedy-Gedudel unterbrochen und es konnte Luft geholt werden um sich mit etwas Ernstem zu beschäftigen. „Aber“, so resümiert Georg Schramm zynisch, „man kann ja nicht jedes Quartal mal ‚nen Wolkenkratzer einäschern, nur damit da mal Ruhe ist“.

Auch zum Thema Kabarett hat Schramm deprimierendes zu sagen – er stellt fest, dass Kabarett nach Aussage der Sendeanstalten nicht mehrheitsfähig ist, da es die marktrelevante Zielgruppe der unter 49-jährigen nicht trifft.

Mit reinem Geschimpfe über die Unterhaltungsindustrie ist es bei Georg Schramm aber noch lange nicht getan. Vielmehr zeigt der Kabarettist schonungslos auf, dass die systematische Verblödung ganzer Bevölkerungsschichten nicht zufällig passiert, sondern geplant ist. In keinem Land Europas entscheidet schließlich die soziale Herkunft so sehr über die Bildungschancen eines Kindes, wie in Deutschland. Und jeder Quartalsbericht eines DAX-Konzerns beweist, dass niedrigqualifizierte Arbeitnehmer schlecht fürs Wachstum des Konzerns sind. Ein „solider Stamm von Idioten“ wird aber als Konsumenten benötigt, schließlich „soll der Pöbel nicht nachdenken, zögern und vergleichen – sondern den erstbesten Dreck kaufen“.

Das Video zeigt einen Auftritt Schramms aus dem Jahre 2008 im Zuge des „Kabarett-Fest mit Urban Priol & Freunden“.

zu Georg Schramms Porträt

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