Georg Schramm über die Pharmaindustrie

14. Juni 2015 23:52
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Gnadenlos deckt der Kabarettist Georg Schramm in seiner Rolle als Pharmareferent ein paar wesentliche Strategien der Pharmaindustrie auf. Frei nach dem Motto „innovationsfreies Wachstum in Zeiten turbulenter Kapitalmärkte“ gibt der Vertreter der Pharmakonzerne zunächst ein paar Tipps für die renditeträchtige Geldanlage. Basierend auf den drei Konstanten „Hunger“, „Krieg“ und „Katastrophen“ lautet die logische Anlagestrategie „Auf die Krise setzen, dann ist man immer auf der richtigen Seite“. Was dies mit der Pharmaindustrie zu tun hat? Die Lebenserwartung steigt selbstverständlich mit der Höhe des Aktiendepots!

Als sei dies noch nicht zynisch genug, zeigt Georg Schramm auf, dass die Pharmaindustrie binnen 10 Jahren rund 40% weniger Arznei umgesetzt hat – den monetären Umsatz jedoch im gleichen Zeitraum um weit mehr als 30% steigern konnte. Und dies ohne nennenswerte Innovationen, von den letzten 400 entwickelten Medikamenten beinhalteten gerade mal sieben einen neuen Wirkstoff.

Wie die Pharmaindustrie das hinbekommen hat? Natürlich durch innovatives Kreativmarketing!

Am Beispiel einer weit verbreiteten (und eigentlich sehr einfach behandelbaren) Form der Altersblindheit verdeutlicht Georg Schramm die Strategien der großen Arzneimittelkonzerne. Bereits auf dem Markt befindliche Medikamente, deren Wirksamkeit zudem nachgewiesen ist, werden geringfügig verändert unter neuem Namen auf den Markt gebracht. Die Preisermittlung dieser „neuen“ Produkte basiert dann auf einer Leidensdruckanalyse, d.h. je höher der Leidensdruck, desto höher auch der zu bezahlende Preis. Und zu guter Letzt wird dann via Lobbyarbeit erreicht, dass das Originalmedikament nicht mehr weiter verschrieben werden darf.

Eigentlich ist das alles unglaublich, aber leider doch wahr…

Das Video entstammt einer ZDF-Sendung „Neues aus der Anstalt“ aus dem Jahr 2008 – und ist aktueller denn je.

Zum Porträt von Georg Schramm

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