Alfred Dorfers „Wiener Heimatlied“

14. Mai 2017 20:19
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In seinem Programm „Badeschluss“ arbeitet sich der österreichische Kabarettist Alfred Dorfer unter anderem am Wiener Spießbürgertum ab (dass der von Dorfer karikierte Kleingeist nicht nur in Wien zuhause ist, sondern eigentlich überall auf der Welt, muss vermutlich nicht explizit erwähnt werden…). Obwohl das Programm schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist der hier gezeigte Ausschnitt aktueller denn je. Ob sich der Kabarettist darüber im Klaren war, wie nah der Refrain seines „Wiener Heimatlieds“ der Realität kommen wird…

I fiacht mi net so vor de Recht’n
und was die über uns brächt’n
und wos ma do erlebat’n –
i fiacht mi vor de Deppat’n!

Für die des Wiener Dialekts nicht mächtigen Besucher, hier der Versuch einer hochdeutschen Version:

Ich fürchte mich nicht vor den Rechten
und was die über uns brächten
und was wir da erleben würden –
ich fürchte mich vor den Depperten!

Dorfer bringt hier auf den Punkt, was aktuell in vielen westlichen Ländern zu sehen ist: Rechtes Gedankengut wird immer mehr salonfähig – nicht (nur), weil überall Neonazis aus den Löchern gekrochen kommen, sondern weil viele Durchschnittsbürger immer denkfauler werden um sich Zusammenhänge zu erschließen.

Der Vollständigkeit halber ist zu erwähnen, dass im Hintergrund Dorfers Begleitband zu sehen ist. Am Bass ist dabei Günter Paal, auch bekannt als „Gunkl“, einer der besten Kabarettisten unserer Zeit!

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